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Wenn KI dein Pferd kennt: Marco Rohns über ManeMap und Milo

Kann eine Pferde-App aus Profil, Training, Wetter und Gesundheitsverlauf brauchbare Hinweise für den Alltag machen? Ich spreche mit ManeMap-Mitgründer Marco Rohns über den KI-Begleiter Milo, die Datenbasis und die Grenzen bei Gesundheitsfragen. Dabei geht es auch um Vertrauen, Quellen und die Frage, wann eine Fachperson gefragt ist.

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  • KI im Pferdealltag
  • Pferdegesundheit

Das Wichtigste in Kürze (TL;DR)

  • ManeMap sammelt laut Marco Rohns Angaben zu einem einzelnen Pferd, Termine und Beobachtungen. Milo soll diesen Kontext für Alltagshinweise nutzen.
  • Die Qualität individueller Hinweise hängt davon ab, welche Daten Nutzer hinterlegen und wie aktuell diese Angaben sind.
  • Marco beschreibt Fachbücher, ausgewählte Internetquellen und tierärztliche Beiträge als Wissensbasis. Die Quellen und Prüfverfahren wurden im Interview nicht unabhängig verifiziert.
  • Bei möglichen gesundheitlichen Warnzeichen soll Milo an Fachleute verweisen. Eine App kann das Pferd nicht untersuchen und keine Diagnose stellen.
  • Transparente Hinweise auf KI-Einsatz, genutzte Daten und Grenzen helfen, Antworten einzuordnen und gezielt nachzufragen.

Was bringt eine Pferde-App, die dein Pferd wirklich kennt?

„Viele davon sind toll, viele davon sind gut, viele davon, sag ich ganz ehrlich, sind aber auch nur halbherzig gemacht.“ So habe ich im Gespräch über die vielen neuen Apps und KI-Anwendungen gesprochen, die gerade auftauchen. Eine hübsche Oberfläche ist heute schnell gebaut. Ob dahinter etwas steckt, das zuverlässig funktioniert und im Alltag hilft, ist eine andere Frage.

„Heute mit KI-Unterstützung mal so eine Oberfläche auf dem Display zaubern ist nicht mehr die Kunst. Aber was nachher dahinter steckt, so ein Ding mit Sicherheit stabil laufen zu lassen auf allen Geräten ohne Fehler, das ist wieder eine ganz andere Hausnummer.“

Darüber spreche ich in dieser Folge mit Marco Rohns, dem Mitgründer von ManeMap. Seine App verbindet klassische Organisation rund ums Pferd mit einem KI-Begleiter namens Milo. Ich habe sie mir vor dem Gespräch angesehen und Milo mit einem Testpferd namens Uschi auch mit schwierigen Fragen konfrontiert. Marco hatte ich vorher angekündigt, dass ich „kein Blatt vor den Mund nehmen“ werde. Mich interessierten die Entstehung, die Daten hinter Milos Antworten und die Grenze zur fachlichen Beratung.

Ein erstes eigenes Pferd, viele neue Fragen

Die Idee kam Marco und seiner Frau Laura durch ihr erstes eigenes Pferd. Laura ist, wie Marco sagt, „ein Pferdekind“. Sie reitet seit ihrer Kindheit. Trotzdem war das eigene Pferd noch einmal etwas anderes. „Selbst mit einer Erfahrung von 25 Jahren oder länger“ kamen Fragen auf, erzählt Marco. Im Netz fanden die beiden unzählige Antworten. Offen blieb die Frage: „Was ist jetzt natürlich aber jetzt richtig oder gut für mein Pferd?“

Marco kommt aus dem IT- und KI-Bereich. Entwickler ist er nach eigener Aussage nicht, deshalb holten die beiden ein externes Team dazu. Sie wollten gerade Menschen unterstützen, die neu mit einem eigenen Pferd starten oder nach einer Pause wieder einsteigen. Das sei das „Steckenpferd“ der App, sagt Marco und merkt selbst an, dass das Wort hier besonders gut passt. „Mane“ steht für Mähne, „Map“ für eine Art Wegweiser durch die Pferdewelt. Entscheidend ist für ihn, ob die App in einer konkreten Situation Orientierung gibt.

ManeMap: Was kann die Pferde-App?

Beim Einstieg legst du nach Marcos Beschreibung ein Pferdeprofil an. Dazu gehören grundlegende Angaben wie Alter, Größe und Rasse. Später kannst du weitere Daten ergänzen: Termine, Gesundheitsverlauf, Fütterung und Beobachtungen. Die App bietet außerdem einen Kalender, Trainingsbereiche, Wissensinhalte und eine Übersicht für Ausgaben.

Bei der Aufzählung der Funktionen habe ich Marco gesagt, das klinge für mich ein bisschen nach der „eierlegenden Wollmilchsau“. Einen Hufschmiedtermin kann ich auch in meinen normalen Kalender schreiben. Interessant wird es, wenn die Angaben zusammenwirken. So erklärt Marco die Rolle von Milo:

„Die KI dahinter heißt Milo. Sie ist auf der Hauptseite zu finden und gibt dir tägliche Tipps auf Basis der gesammelten Daten. Das heißt, die kann dann sehen, okay, du hast jetzt die letzten Tage trainiert, sie weiß, wo dein Pferd steht, wie warm oder kalt es ist und was zuletzt passiert ist und gibt dir dann den entsprechenden Tipp. Plus, du kannst natürlich auch mit Milo in dem entsprechenden Sinne reden.“

Du kannst nach Marcos Beschreibung nachfragen, warum Milo dir genau diesen Tipp gibt. Das ist für mich interessanter als eine bloße Erinnerung auf dem Handy.

Der Wert hängt an den Daten, die du pflegst. Wenn im Profil wenig steht oder Einträge veraltet sind, kann auch eine spezialisierte KI kaum den individuellen Kontext berücksichtigen. Für mich ist das ein wichtiger Punkt bei jeder App, die verspricht, „dein Pferd zu kennen“. Sie kennt zunächst das, was du ihr mitteilst. Nutzung, Pflege der Daten und verständliche Antworten gehören zusammen.

Woher bekommt KI-Begleiter Milo sein Wissen?

Eine KI kann eine überzeugend klingende Antwort schreiben. Das sagt noch nichts darüber, ob die Antwort fachlich stimmt. Deshalb habe ich Marco gefragt, woher das Wissen für Milo stammt.

Marco antwortet auf meine Frage nach der Wissensbasis ziemlich direkt:

„Es ist tatsächlich ein Mix, sagen wir es so. Es ist natürlich einiges an Input, was wir generell aus dem Internet haben. Wir haben aber auch vieles aus verschiedenen Fachbüchern. Und was uns sehr viel wertvoll war, ist, dass wir auch verschiedenes Fachwissen von Tierärzten bekommen haben.“

Er sagt außerdem, Tierärzte hätten Antworten und Datenbanken gegengeprüft. Das ist eine wichtige Aussage, aber sie bleibt eine Aussage des Anbieters. Im Gespräch haben wir weder eine vollständige Quellenliste noch das Prüfverfahren unabhängig durchgesehen. Für dich als Nutzer ist deshalb weiterhin sinnvoll, bei wichtigen Fragen nach der Quelle zu fragen und fachliche Entscheidungen nicht allein auf einen Chat zu stützen.

Ich habe Milo vor der Aufnahme selbst ausprobiert. Im Gespräch erzähle ich Marco:

„Mein Testpferd im ManeMap hieß Uschi und ich hab Milo dann auch ein bisschen, ich sag mal, gestresstestet. Ich habe Fragen gestellt und das, was du eben gesagt hast, dieses Sicherheitsnetz, das hat auf jeden Fall funktioniert bei vielen Fragen, die ich gestellt habe. Ich habe dann auch versucht, mit meinem bescheidenen Wissen auch mal Antworten rauszukitzeln, die es besser nicht geben sollte.“

Mehr kann ich aus meinen Versuchen nicht ableiten; sie sind kein Test für jede denkbare Situation.

Ein Hinweis ist keine Diagnose

Besonders wichtig war mir der Umgang mit möglichen gesundheitlichen Warnzeichen. Marco beschreibt eine „Sicherheitsschiene“: Bei entsprechenden Anzeichen soll Milo an den Tierarzt verweisen. „Milo soll ja in dem Sinne überhaupt keinen Tierarzt ersetzen oder sonstige Fachkräfte. Es soll einfach nur da sein, um dich zu unterstützen“, sagt er. Im Interview sprechen wir auch über die Schwierigkeit, eine allgemeine Wissensfrage von einem konkreten Notfall zu unterscheiden. Marcos Beispiel: Wer fragt, was eine Kolik bedeutet, soll nicht automatisch denselben Alarm bekommen wie jemand, der akute Symptome schildert.

Marco berichtet von wiederholten Tests mit unterschiedlichen Fragen und Nutzern. Wo genau eine KI den Übergang zwischen Information und Warnhinweis zieht, bleibt trotzdem eine anspruchsvolle Aufgabe. Bei einem kranken Pferd entscheidet die Fachperson vor Ort. Eine App kann helfen, Informationen zu sortieren oder Beobachtungen festzuhalten. Sie kann weder das Tier untersuchen noch eine Diagnose stellen.

Transparenz schafft Vertrauen

Im Gespräch kommen wir von der Technik zu einer anderen Frage: Warum sind manche Pferdemenschen bei KI-Angeboten skeptisch? Für mich hat das viel damit zu tun, ob ich erkennen kann, wie eine Antwort zustande kommt. Wenn eine App nur eine glatte Empfehlung ausgibt, muss ich ihr blind vertrauen. Wenn sie erklärt, welche Einträge und welche Wissensbasis eingeflossen sind, kann ich zumindest besser nachfragen und einordnen.

ManeMap benennt Milo offen als KI-Begleiter. Das halte ich für richtig. So habe ich es im Gespräch formuliert:

„Und ich glaube da ist die Transparenz auch wichtig und das ist bei euch das ist ja so, ihr sagt ManeMap arbeitet mit KI, Milo ist dein KI Assistent oder deine KI Unterstützung. Es gibt sicherlich andere die machen was ähnliches und sagen gar nicht, dass da eine KI hinter steckt. Deswegen, das finde ich immer ganz, ganz wichtig, diese Transparenz. Das fördert eher das Vertrauen, als dass es das verstört oder beschädigt.“

Niemand sollte glauben müssen, im Hintergrund antworte ein Mensch individuell. Ebenso wichtig ist, dass die Anwendung ihre Grenzen erklärt. Marco und ich sind uns im Gespräch einig, dass Tierärzte, Trainer und andere Fachleute ihren Platz behalten.

„Ein System oder jedes System oder jedes Tool funktioniert nur, wenn ich es nutze“, sage ich an einer Stelle. Deshalb frage ich Marco, ob die Menschen ManeMap täglich öffnen oder nur gelegentlich. Seine Antwort ist nicht die übliche Erfolgskurve: Manche schauen jeden Tag hinein und stellen Fragen. Andere öffnen die App, wenn eine Mitteilung kommt oder etwas ansteht. „Im Endeffekt sind die App und die KI lebendige Elemente“, sagt er. Das Team will Funktionen und Ansichten anhand der Nutzung weiterentwickeln. Die praktische Frage bleibt: Hilft dir ein täglicher Tipp, besser hinzusehen, oder ist er nur eine weitere Benachrichtigung?

Was als Nächstes geplant ist

Marco erzählt von einer Funktion, an der das Team gerade arbeitet: Beim Einstieg soll man den Pferdepass hochladen können. Er sagt ausdrücklich: „Wir arbeiten tatsächlich daran, ein neues Feature mit einzubringen.“ Relevante Angaben sollen dann leichter in eine digitale Akte übernommen werden. Das war zum Zeitpunkt unseres Gesprächs eine geplante Funktion. Marco denkt dabei auch an den Besuch des Tierarztes: Dann könnte man zeigen, „was wurde jetzt die letzten Wochen gemacht“ und welche Auffälligkeiten eingetragen wurden. Ob diese Übersicht hilft, hängt natürlich davon ab, wie vollständig und korrekt die Einträge sind.

Die App findest du laut Marco unter manemap.app sowie in den App-Stores. Er beschreibt eine Testphase von sieben Tagen und anschließende Abomodelle. Konditionen und verfügbare Funktionen können sich ändern; schau dafür direkt beim Anbieter nach.

Was ich aus dem Gespräch mitnehme

Für mich ist ManeMap vor allem ein Beispiel dafür, wo eine spezialisierte KI mehr leisten kann als ein allgemeiner Chat: Sie verbindet den Kontext eines konkreten Pferdes mit den Fragen seines Menschen. Ob ein Hinweis wirklich nützlich ist, hängt an der Qualität der hinterlegten Informationen, an fachlichen Grenzen und daran, ob der Nutzer die Antwort versteht und prüft.

Hör dir das Gespräch mit Marco an, wenn du wissen willst, welche Funktionen es schon gibt, wie das Team Milo aufgebaut hat und welche kritischen Fragen ich gestellt habe. Welche Aufgabe würdest du einem KI-Begleiter für dein Pferd anvertrauen? Und bei welcher würdest du bewusst einen Menschen fragen?

Wenn du Themenwünsche oder Feedback zur Folge hast, schreib mir an hendrik@ki-tuepfelchen.de.

Häufige Fragen zu ManeMap und Milo

Was ist ManeMap?

ManeMap ist eine Pferde-App, die nach Marcos Beschreibung Profil, Termine, Beobachtungen, Training, Wissensinhalte und Ausgaben an einem Ort zusammenführt. Die Idee entstand, als er und seine Frau Laura mit ihrem ersten eigenen Pferd vor vielen neuen Fragen standen.

Was macht der KI-Begleiter Milo?

Milo soll die Angaben zum einzelnen Pferd mit Informationen wie Training und Wetter verbinden und daraus Alltagstipps ableiten. Du kannst laut Marco auch nachfragen, warum ein Tipp angezeigt wird. Ob die Antwort zu deinem Pferd passt, hängt unter anderem davon ab, wie vollständig und aktuell deine Einträge sind.

Kann Milo bei Gesundheitsproblemen einen Tierarzt ersetzen?

Nein. Marco sagt im Interview ausdrücklich, dass Milo bei möglichen Warnzeichen an den Tierarzt verweisen und Fachleute unterstützen soll. Eine App kann dein Pferd nicht untersuchen oder eine Diagnose stellen. Bei gesundheitlichen Problemen ist die Fachperson vor Ort gefragt.

Woher stammen Milos Informationen?

Marco nennt Internetquellen, Fachbücher und Wissen von Tierärzten. Nach seiner Darstellung wurden Antworten auch tierärztlich gegengeprüft. Eine vollständige Quellenliste oder das Prüfverfahren haben wir im Gespräch nicht unabhängig überprüft. Frag bei wichtigen Empfehlungen nach der Grundlage.

Kann ich den Pferdepass bereits in ManeMap hochladen?

Marco spricht im Interview von einer Funktion, an der sein Team arbeitet. Der Pferdepass-Upload war zum Zeitpunkt des Gesprächs geplant. Ob und wann er verfügbar ist, erfährst du direkt bei ManeMap.

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