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Zwei Monate KI-Pause: Warum Unabhängigkeit wichtiger ist als das nächste KI-Tool

Zwei Monate war es still im Podcast – und die beruhigende Nachricht zuerst: Du hast nichts verpasst. Diese Solo-Folge zieht aus dem KI-Newsletter-Dauerfeuer eine einzige Lektion: Mach dich unabhängig von einzelnen Tools und Anbietern. Hendrik zeigt das an zwei selbstgebauten System-Apps (einem Text-Umformulierer und einer visuellen Zwischenablage) und steigt dann tief in das Konzept Second Brain ein – die eigene, lokale Wissensbasis, auf die du jede beliebige KI ansetzen kannst. Plus: die Evolution von Positionierungsdokument über Business-DNA bis zum Second Brain und ein Ausblick, worauf das alles vorbereitet.

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Das nimmst du mit

  • Die beruhigende Nachricht nach zwei Monaten Pause: Für dich als Anwender hat sich nichts Genick-Brechendes verändert. In den Newslettern ist viel passiert (neue Modelle, neue Apps, Milliarden-Übernahmen), aber das meiste davon ist FOMO – die KI-Welt dreht sich genauso weiter wie vorher.
  • Die eine Lektion: Gerade weil so viel passiert, mach dich unabhängig von einzelnen Tools und Anbietern. Tools verschwinden, kommen wieder, werden überholt – wer auf ein Konzept statt auf ein Tool setzt, wechselt einfach von Anbieter A auf Anbieter B.
  • Statt SaaS-Abos selbst bauen: Hendrik hat zwei lokale System-Apps mit Claude Code gebaut – einen überall per Tastenkombination aufrufbaren Text-Umformulierer und eine visuelle Zwischenablage. So sind bei KKP rund 500 € an monatlichen Tool-Kosten weggefallen. Inklusive Installer und automatischem Update über GitHub-Releases.
  • Ein Second Brain ist kein Tool und kein Blueprint, sondern ein Konzept: alles Wissen an einem Ort bündeln und dann wahlweise die eine oder andere KI darauf ansetzen. Bei Hendrik liegt es als lokale Markdown-Ordnerstruktur auf dem Rechner, visualisiert mit dem kostenlosen Obsidian, bearbeitet mit Claude Code.
  • Das Second Brain vergisst nichts und schafft Querverbindungen: Es kennt alle Produkte, Kurse, E-Mails, Newsletter, Funnels, Rezensionen und Blogartikel – und erinnert beim Schreiben aktiv an passende Inhalte. Es ist die Vorbereitung auf eine stärkere KI, die künftig ganze Aufgaben eigenständig übernimmt.

Zwei Monate Stille – und die gute Nachricht zuerst

Es ist tatsächlich zwei Monate her, dass es eine Folge gab. Der Grund: drei Monate Portugal mit vollem Programm – und gleichzeitig liefen die Businesses ganz normal weiter. Da bleibt wenig Zeit für die Extraaufgaben, und der Podcast gehört leider zu diesen Extraaufgaben. Diese Folge ist deshalb aus dem Hotelzimmer in Bordeaux mit dem Handy aufgenommen, auf dem Rückweg.

Jetzt die wichtige Nachricht für dich: In diesen zwei Monaten hat sich nichts wirklich Relevantes verändert. Wer selbst zwei Monate KI-Pause gemacht hat, kann beruhigt sein – es ist nichts passiert, was einem das Genick bricht.

Und das aus dem Mund von jemandem, der jede Woche mindestens fünf KI-Newsletter liest. Bewusst abonniert, um mitzubekommen, wenn wirklich mal etwas passiert. In jedem dieser Newsletter steckt eine Menge: neue Modelle hier, neue Tools da, neue Kooperationen dort, Firma X kauft Firma Y. Viel davon ist FOMO – alles angeblich super wichtig und weltverändernd. Das Resümee nach zwei Monaten: ist es nicht.

Was wirklich passiert ist – und warum es dich nicht betrifft

Ein paar Beispiele, die in den letzten Wochen tatsächlich passiert sind:

  • Übernahmen in Milliardenhöhe – das übliche „Firma X kauft Firma Y".
  • Ein neues, ziemlich beeindruckendes Sprachmodell tauchte auf – direkt ausprobiert, richtig cool. Nach zwei Tagen war wieder Schluss, weil ein Erlass der US-Regierung dazwischenkam. Viele Enttäuschte, Dutzende Newsletter dazu.
  • OpenAI hat mit der Codex-App nachgelegt, ähnlich zur Desktop-App von Anthropic. Und Google ist mit der Antigravity-App schon etwas länger am Markt.

All das hat Einfluss auf den Markt und das große Geschehen. Aber für dich als Anwender: Das musst du ehrlich gesagt alles nicht wissen. Zwei Monate später dreht sich die KI-Welt immer noch genauso weiter – schnell, und es wird weiter wahnsinnig viel passieren.

Die eine Lektion: Mach dich unabhängig

Genau daraus folgt eine einzige, dafür umso wichtigere Lektion. Gerade weil da draußen so viel passiert, ist es umso wichtiger, dass du dich unabhängig machst – unabhängig von einzelnen Tools und unabhängig von einzelnen Anbietern.

Denn wie man gerade wieder gesehen hat: Mal verschwinden Tools, mal kommen sie, mal ist das eine besser, mal das andere. Wer sein Arbeiten an ein einzelnes Tool kettet, ist von dessen Schicksal abhängig. Genau deshalb rückt der KI Business Club im nächsten Monat das Thema Second Brain in den Fokus. Und so viel vorweg: Ein Second Brain ist ein Konzept – kein Tool, kein Anbieter, kein einziger wahrer Weg. Wenn Anbieter A irgendwann nicht mehr verlässlich ist, wechselt man einfach auf Anbieter B.

Zwei selbstgebaute Apps – statt teurer Abos

Bevor es tiefer ins Second-Brain-Thema geht, passt eine Geschichte aus dem KIBC perfekt dazu. Hendrik hat in den letzten Wochen – ja, auch in Portugal wurde gearbeitet – zwei kleine Apps gebaut. Das Besondere: zum ersten Mal echte System-Apps. Keine Web-App im Browser, kein schnell zusammengepromptetes Snippet, sondern richtige Anwendungen, die man installiert und die lokal im Hintergrund laufen.

Gebaut unter Windows, anschließend hat Kollege Finn aus dem KIBC den Build für Mac angepasst. Der Ablauf war wie immer: Idee als Sprachnotiz eingesprochen (mal drei Minuten, mal dreißig), Transkript in Claude Code gegeben und von dort die App Schritt für Schritt entwickelt – vom Konzept über das Design bis zum Installer. Bereitgestellt als fertige Release-Version über GitHub, inklusive automatischer Updates.

Warum überhaupt selbst bauen?

Die erste App hatte Hendrik ursprünglich bei einem SaaS-Anbieter gekauft und sehr viel genutzt – keine fancy App, aber eine, die den Alltag wirklich leichter macht. Als er sie den KIBC-Mitgliedern empfehlen wollte, gab es sie nur noch im Monats-Abo statt als Lifetime-Deal. Und davon bewegen sich gerade alle weg: keine monatlichen Abos mehr, wenn es sich vermeiden lässt.

Heute gilt deshalb die Regel: Bei solchen Tools zuerst schauen, ob man es sich selbst bauen kann. Allein damit sind bei KKP rund 500 € an monatlichen Tool-Kosten weggefallen.

App 1: Der überall verfügbare Text-Umformulierer

Diese App ist überall auf dem Computer aufrufbar, sobald Text markiert ist. Beispiel: In WhatsApp oder im E-Mail-Programm einen Text geschrieben (oder per Voice-to-Text eingesprochen), markiert, per Tastenkombination das Tool geöffnet – und der markierte Text wird umformuliert. Die neue Version ersetzt direkt den vorher markierten Text.

Das Coole sind die Vorlagen: Grammatik und Rechtschreibung korrigieren, als E-Mail formulieren, kürzer schreiben, zusammenfassen. Eine eigene Vorlage formatiert Texte für die Community-Plattformen – Schlagwörter fett, hier und da ein passendes Emoji. Betrieben wird die App wahlweise mit dem API-Key eines der großen Anbieter oder mit einer lokal installierten KI.

Die KIBC-Geschichte dazu

Hendrik hat die App in der Community vorgestellt, den Mehrwert erklärt, ein Video gezeigt und angekündigt, sie nächste Woche zu teilen. Ein Mitglied konnte nicht abwarten, hat den Beitrag genommen, an die KI gegeben und die App selbst nachgebaut – und sich zwei Tage später fast dafür entschuldigt.

Die Antwort: kein Grund zur Entschuldigung, ganz im Gegenteil. Genau dafür ist der KIBC da. Niemand soll von Tools, Prompt- oder Skill-Vorlagen, Blueprints oder verkauften Methoden abhängig sein. Das Ziel ist, dass die Mitglieder KI selbst verstehen, selbst umsetzen und den größten Mehrwert herausholen können. Also: herzlichen Glückwunsch – genau so war es gemeint.

App 2: Die visuelle Zwischenablage

Die zweite App ist ebenfalls total unfancy, aber mit krassem Mehrwert: eine visuelle Zwischenablage für den Desktop. Windows-User kennen Windows + V – die kleine Zwischenablage mit den zuletzt kopierten Elementen. Hendrik liebt diese Tastenkombination, fand sie aber zu spartanisch; am Mac fehlt sie ohnehin.

Die selbstgebaute Version speichert nicht nur Text, sondern auch Dateien, Bilder und Links. Mit Favoriten für das, was man immer wieder braucht, mit Sonderzeichen und Emojis, und mit intuitivem Aufräumen (z. B. „alles älter als sieben Tage löschen"). Eine besondere Lieblingsfunktion: Wird ein Passwort kopiert (etwa aus dem Passwortmanager), erkennt die App das und löscht es nach einstellbarer Zeit – standardmäßig fünf Minuten – automatisch wieder aus der Zwischenablage.

Auch diese App wird im KIBC geteilt – entweder zum direkten Nutzen oder als Inspiration zum Selbst- oder Nachbauen.

Second Brain: alles an einem Ort

Genau dieser Gedanke – unabhängig sein, alles an einem Ort haben – führt direkt zum Second Brain. Noch einmal: kein Blueprint, kein Tool, keine fertige Anwendung, sondern ein Konzept. Im Kern besagt es: All dein Wissen wird an einem Ort gebündelt, um dann wahlweise die eine oder andere KI darauf anzusetzen.

Im KIBC gibt es dazu am 7. Juli ein kostenfreies Webinar (Datum bitte den Shownotes entnehmen), in dem das Konzept ausführlich vorgestellt wird – mit eigenen Ansätzen, echten Ergebnissen und ein paar Workflows. Gezeigt wird die lokale Lösung: Das Second Brain liegt als Ordnersystem lokal auf dem Computer, und dieser Ordner lässt sich über verschiedene KIs aufrufen.

Finn und Hendrik arbeiten viel mit den Claude-Modellen von Anthropic, unter anderem mit Claude Code direkt im Second-Brain-Ordner. Eine Besonderheit ist zusätzlich das Tool Obsidian – kostenlos und Open Source – das Markdown-Dateien in einer Ordnerstruktur schön visuell darstellt. (Eine Markdown-Datei ist im Prinzip wie eine Textdatei, nur etwas anders formatiert.)

Die Evolution: von drei Dokumenten zur Business-DNA zum Second Brain

Damit der Sinn dahinter klar wird, lohnt ein kleiner Bogen zurück.

Schritt 1 – die drei Ursprungsdokumente. In den ersten Podcast-Folgen ging es um das Positionierungsdokument (wie bist du als Person oder Unternehmen positioniert, was machst du, warum). Dazu kam die Brand Voice (wie du schreibst und klingst) und schließlich ein Kunden-Avatar – je nach Geschäft auch mehrere, etwa einer für Firmenkunden und einer für Einzelkunden.

Schritt 2 – die Business-DNA. Vor nicht allzu langer Zeit wurde daraus die zweite Version: eine deutlich ausführlichere, granularere Variante. Dafür gibt es im KIBC einen Skill, der durch den ganzen Prozess führt. Man gibt alles Vorhandene hinein – Positionierung, Brand Voice, Kunden-Avatar – plus die URL der eigenen Webseite. Wer noch ganz am Anfang steht, kann der KI auch sagen: „Schau dir Firma XY an, so möchte ich auftreten." Die KI analysiert das als Vision und Markenvorlage, ordnet zugleich den Wettbewerb mit Stärken und Schwächen ein. Am Ende steht eine fertige Ordnerstruktur rund um Kontext und Schreibstil.

Schritt 3 – das Second Brain. Die Business-DNA wird jetzt nicht obsolet, sondern Teil des Second Brains. Denn neben „Wer bist du, was machst du, warum?" fehlten bisher Content und Kontext. Beispiele:

  • Welche Produkte bietest du an – und was steckt inhaltlich drin? Bei Kernkompetenz Pferd heißt das: kompletter Content der Kurse, alle Videos transkribiert, alle PDFs eingespielt. Riesige Ordner mit dem vollständigen Inhalt.
  • Alle Feedbacks und Rezensionen, die KKP je bekommen hat – damit kennt das Second Brain die Zielgruppe sehr genau.
  • Webseite, Funnels und die Strategien dahinter, dazu sämtliche E-Mails, Newsletter und Blogartikel.

Etwas überspitzt: Dieses Second Brain ist fast so schlau wie Veronika und Hendrik zusammen. Aktuell sind rund 85 % drin – ein Second Brain ist eben nichts, was man in zwei Stunden fertig hat. Es wird zur neuen Arbeitsumgebung und wächst mit jedem Schritt mit.

Was das im Alltag bringt: Es vergisst nichts

Ein Punkt, der besonders wichtig ist: Ein Second Brain vergisst nichts – wenn man richtig damit arbeitet. Vielleicht kennst du die Situation: „Das habe ich doch schon mal gemacht – war das in irgendeinem Chat vor zwei Jahren? Oder in einer Präsentation? Wie ging das nochmal?" Den alten Chat mit dem guten Ergebnis findet man nie wieder; oft ist es schneller, alles neu zu machen, als zu suchen.

Mit dem Second Brain reicht die Frage: „Ich hab doch mal was zum Thema X gemacht – wie war das nochmal?" – und es ruft die Sachen wieder auf, weiß wo, wann und warum, samt allem, was rechts und links zu beachten ist.

Ein paar Alltagsbeispiele:

  • Einen Newsletter-Entwurf von Veronika mit dem Second Brain überarbeiten.
  • Beim Blogartikel kennt es jeden anderen Artikel, schlägt sinnvolle Querverlinkungen vor und bringt sie sogar auf die Webseite.
  • Bei einem neuen Produkt erinnert es aktiv: „Schau mal, in diesem Kapitel hast du in jedem Kurs schon etwas gemacht – einbauen oder lieber darauf verlinken?"

Diese Kreuz-Synergien sind kaum zu beschreiben – und mit jedem Schritt wächst das Wissen und damit auch die Ergebnisse.

Worauf das alles vorbereitet

Bei aller Begeisterung: Das Second Brain ist noch immer vorbereitende Arbeit – ein ganz wichtiger Baustein, der heute schon riesigen Mehrwert erzeugt, aber eben Vorbereitung auf eine noch stärkere KI, die künftig Teile des Business eigenständig übernehmen kann und wird.

Ein Blick voraus: Stell dir vor, dein Second Brain ist gut ausgebaut, kennt alle Kurse und Produkte, weiß wie du sprichst und schreibst – und hätte zusätzlich die Kurs-Videos, sodass es dich als Avatar und deine Stimme klonen könnte. Dann genügt: „Hier ist ein neuer wissenschaftlicher Aspekt – du weißt, wie Veronika spricht, mach mir bitte ein 50-minütiges Webinar in ihrem Stil." Kurze Zeit später liegt genau dieses Video auf dem Computer.

Oder das Recherchieren: per Daily News Tasks täglich wissenschaftliche Erkenntnisse screenen, crawlen, bewerten und darauf basierend weitere Schritte einleiten. Im Ansatz klappt das heute schon mit MCP und den Erweiterungen drumherum – im Verhältnis zum Nutzen aktuell noch relativ viel Aufwand, aber das wird sich sehr schnell ändern. Und wenn die KI über MCP direkten Zugriff auf E-Mail-Postfach, Drive-Ordner, Mitglieder- und Community-Plattform bekommt, wird daraus bald ein sehr fähiger Mitarbeiter.

Du bist weiter vorne, als du denkst

Noch ein Mut-Mach-Gedanke: Wer diesen Podcast hört, informiert sich, will KI nutzen oder tut es bereits – und hat damit einen gewaltigen Vorsprung. Auch wenn man oft den Eindruck hat, kaum mitzukommen oder alle anderen seien voraus: Das stimmt nicht. In den letzten drei Monaten ist immer wieder aufgefallen, wie viele erfolgreiche Solopreneure und Unternehmer noch gar nichts mit KI machen. Nur ganz wenige nutzen sie wirklich effizient und zielgerichtet fürs Business. Wer sich informiert, gehört definitiv dazu – und ist ganz weit vorne.

Einladung und Themenwünsche

Wenn dich das Thema interessiert, lohnt sich das Second-Brain-Webinar im KIBC – wie immer kostenfrei. Dort wird das Konzept mit Bild und visuellen Erläuterungen ausführlicher und verständlicher vorgestellt.

Themenwünsche – allgemein zu KI oder mit besonderem Bezug zur Pferdewelt – gerne per Mail an hendrik@ki-tuepfelchen.de (Tüpfelchen mit ue geschrieben). Und wer einen Pferdemenschen oder ein Unternehmen aus der Pferdewelt kennt, bei dem KI bereits eine wichtige Rolle spielt (vielleicht sogar du selbst), darf sich ebenfalls melden – für einen Austausch zu diesem spannenden Thema.

Bis zum nächsten Mal!