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Rückblick 2025 & Ausblick 2026 – was sich wirklich verschoben hat

Was hat sich 2025 in der KI-Welt wirklich verändert? Hendrik ordnet die großen drei Anbieter ein, erklärt, warum Google leise nach vorne rückt – und warum deine Persönlichkeit wichtiger ist als jedes Tool.

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Das nimmst du mit

  • 2025 war nicht das Jahr eines großen Knalls, sondern einer schleichenden Verschiebung – KI wurde überall präsent, doch viele verstehen die Grundlagen immer noch nicht.
  • OpenAI bleibt das Einstiegsprodukt, Anthropic überzeugt beim Arbeiten – aber Google hat leise das größte Ökosystem aufgebaut, weil Daten, Dokumente und Automationen dort bereits liegen.
  • Die These: Nicht das beste Modell gewinnt, sondern das, was sich am besten in den Alltag einfrisst – und da liegt Google mit Drive, Docs, Workspace Studios und NotebookLM vorne.
  • Das Marmeladenparadoxon: Zu viele Tools und Versprechen lähmen. Such dir ein Foundation-Modell aus, verstehe es – den Rest brauchst du dann oft gar nicht mehr.
  • Dein Wissen ist kein Alleinstellungsmerkmal mehr. Was dich unterscheidet, ist deine Persönlichkeit, deine Haltung und dein Blick auf die Dinge.

Erste Folge 2026 – und gleich ans Eingemachte

Das neue Jahr hat ein paar Tage gebraucht, aber jetzt ist sie da: die erste Solo-Folge 2026. Und Hendrik wollte sie nicht einfach so nebenbei runtersprechen, sondern sich wirklich Gedanken machen. Denn 2025 war ein Jahr, das im Nachhinein ganz schön was verschoben hat in der KI-Welt. Nicht laut, nicht mit einem großen Knall – eher schleichend.

Die großen Drei: OpenAI, Anthropic, Google

OpenAI – das Einstiegsprodukt

ChatGPT war und bleibt für extrem viele Menschen der erste Kontakt mit KI. Die Oberfläche ist niedrigschwellig, sowohl am Desktop als auch in der App. Viele haben sich dort zum ersten Mal getraut, laut zu denken und Ideen auszuprobieren. OpenAI hat 2025 an Struktur gearbeitet: Projekte, Custom GPTs, bessere Organisation. Dazu kamen coole Neuerungen bei der Bildgenerierung – von den Superheldenpuppen bis zu den ersten brauchbaren Schriften in KI-Bildern.

Aber: ChatGPT bleibt ein Ort, den man besucht, kurz was macht und sich wieder verabschiedet. Es ist nicht der Dreh- und Angelpunkt des Arbeitsalltags.

Anthropic – der Arbeitsmodus

Claude wurde oft als klarer, ruhiger und strukturierter wahrgenommen. Gerade bei längeren Texten, Logik und Denken war es für viele die bevorzugte Wahl. Skills in Claude, die Möglichkeit, Fähigkeiten zu hinterlegen und clever in eine Businessstruktur einzubinden – das war beeindruckend. Und mit Claude Opus 4.5 kam ein Wahnsinnsmodell. Aber auch hier: tolles Modell, wenig Ökosystem drum herum.

Google – der leise Gewinner

Google wurde 2025 von vielen unterschätzt. Wer sich an die Anfänge mit Google Bard erinnert – katastrophal. Aber die Modelle von heute? Wahnsinnig effektiv und performant. Gemini 3 Pro ist im persönlichen Ranking der absolute Favorit, ebenbürtig mit Claude Opus.

Und viel wichtiger: Google hat aufgehört, KI als isoliertes Feature zu denken. Stattdessen wird es Teil des großen Ganzen.

Die These: Es gewinnt nicht das beste Modell

Nicht das beste Modell gewinnt, sondern das, was sich am besten in den Alltag einfrisst. Und genau da liegt Google ganz vorne. Nicht weil Gemini per se klüger wäre, sondern weil Google der Ort ist, wo die Daten eh schon liegen.

  • Daten im Drive
  • Gedanken in Google Docs
  • Zahlen in Google Sheets
  • Präsentationen in Google Slides
  • Gespräche über Google Meet

Und jetzt stell dir vor: KI ist nicht noch ein Tool, sondern einfach ein Teil davon. NotebookLM als Werkzeug, um dein eigenes Wissen zu befragen. Workspace Studios als Ort, wo Automationen plötzlich alltagstauglich werden – nicht für Nerds, sondern für Menschen, die sagen wollen: Wenn das passiert, soll bitte das auch passieren.

Bisher war das mit Zapier, n8n oder Make möglich. Mächtige Tools, aber nichts davon ist ein Einsteigertool. Wenn das jetzt in der Google-Welt mit Sprache funktioniert, direkt da, wo die Daten eh liegen – das ist ein gigantischer Hebel.

Musst du jetzt alles umwerfen?

Nein. Wenn du mit ChatGPT gestartet bist und dir dort etwas aufgebaut hast – Projekte, Positionierungsdokumente, Brandvoice-Dokumente, Kundenavatare – dann bleib erstmal da. Das Entscheidende ist nicht, womit du startest. Das Entscheidende ist, ob du verstanden hast, was du eigentlich tust.

Und da liegt das eigentliche Problem: Alle reden über KI, aber die wenigsten verstehen die Grundlagen. Solange du den Unterschied zwischen einem Chat und einem Agenten nicht kennst, zwischen einem Prompt und einem Workflow – egal ob Google, OpenAI oder Anthropic – fühlt sich KI an wie: Manchmal genial, manchmal nervig, manchmal komplett random.

Das Marmeladenparadoxon

Die KI-Welt fühlt sich an wie das Marmeladenregal mit hunderten Sorten. Je länger du davor stehst, desto weniger kannst du dich entscheiden. Im schlimmsten Fall gehst du ohne eine einzige Marmelade raus.

Überall Tools, überall Versprechen, überall FOMO. Jeder Anbieter sagt dir: Wenn du das jetzt nicht nutzt, hast du verschissen.

Der Rat: Such dir eine Marmelade aus, arbeite damit und verstehe das Prinzip. Nicht irgendein Drittanbieter-Tool für eine Nische, sondern erst ein Foundation-Modell – ChatGPT, Gemini oder Claude. Wenn du diese Tools verstanden hast, werden ganz viele zusätzliche Tools überflüssig. Weil viele am Ende nur Wrapper sind, die dieselben LLMs mit einer anderen Oberfläche verpacken.

Persönlichkeit schlägt Wissen

Dein Wissen ist nicht mehr das, was dich unterscheidet. Was dich unterscheidet, ist deine Persönlichkeit, deine Haltung, dein Blick auf die Dinge. In einer Welt, in der guter Content überall ist, wird das, was zwischen den Zeilen passiert, immer wichtiger.

Und genauso wichtig: Dranbleiben. Wer sich daran gewöhnt, dass die KI alles sofort löst, trainiert sich das Dranbleiben ab. Und genau dieses Dranbleiben macht den Unterschied zwischen Durchschnitt und eigener Handschrift.

Entweder erst ich und dann KI – oder erst die KI grob und dann ich persönlich. Aber nicht alles blind durchwinken. KI soll die Arbeit abnehmen, nicht das Denken.